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FAQs – Häufig gestellte Fragen


Bietet medoption für Patienten auch individuelle Beratung bei anstehenden Entscheidungen an?
medoption bietet keine fachlich-medizinische Beratung in Einzelfällen an. Stattdessen bieten wir Patienten Entscheidungsprogramme für spezifische Erkrankungen und Schulungsangebote für Patientengruppen zur Steigerung der Entscheidungsbeteiligung an.
Treffen nicht ohnehin alle Ärzte immer schon die Entscheidungen mit ihren Patienten gemeinsam?
Die meisten Ärzte gehen davon aus, dass sie ihre Entscheidungen gemeinsam mit ihren Patienten treffen. Dahinter steht der explizite Wille der Ärzte, die Wünsche ihrer Patienten zu berücksichtigen.
Die Ergebnisse empirischer Studien zeigen jedoch, dass
  • Patienten deutlich mehr in den Entscheidungsprozess einbezogen werden wollen als dies aktuell der Fall ist ...weiter
  • Ärzte die Partizipationspräferenzen ihrer Patienten häufig nicht richtig einschätzen können (s. beispielsweise Rothenbacher D, Lutz MP, Porzsolt F. 1997. Treatment decisions in palliative cancer care: patients' preferences for involvement and doctors' knowledge about it. Eur J Cancer 33 (8):1184-9.)
  • Dies liegt auch daran, das diese Kompetenzen in der medizinischen Ausbildung nicht gelehrt werden. Häufig verhindert auch die Versorgungspraxis (kurze Beratungszeiten, etc.) ein ausführliches Gespräch mit den Patienten.
Medizinische Entscheidungsprogramme und partizipative Entscheidungskompetenz von Ärzten und Patienten strukturieren die Konsultation und verkürzen die Gesprächszeiten.
Woher soll man als Arzt die Zeit für partizipative Entscheidungsfindung nehmen?
Partizipative Entscheidungsfindung führt nicht zwangsläufig zu längeren Konsultationszeiten. Durch die Strukturierung der Gespräche und durch den Einsatz von medizinischen Entscheidungsprogrammen wird das Gespräch mit ihrem Patienten deutlich effektiver, aber nicht unbedingt länger.
Wie kann man Patienten komplizierte medizinische Inhalte vermitteln?
Dabei unterstützen Sie unsere medizinischen Entscheidungsprogramme. Sie beinhalten die für Patienten notwendige, evidenzbasierte Information in für Patienten verständlicher Form.
Wie motiviert man Patienten zur aktiven Teilnahme?
Indem verdeutlicht wird, dass mehrere Behandlungsalternativen existieren, und dass ohne die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Patienten keine Entscheidung getroffen werden kann, steigt die Motivation von Patienten, sich an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Dies nennt man in der Fachliteratur Equipoise. Darüber hinaus gibt es bestimmte Frage- und Gesprächsführungstechniken, die eine Entscheidung der Patienten erleichtern. Trotzdem wird es immer auch Patienten geben, die keine Verantwortung für die gewählte Behandlungsalternative übernehmen können oder wollen. Auch diese Entscheidung ist zu respektieren.
Wollen Patienten überhaupt mitentscheiden?
Diese Frage ist in der Wissenschaft gut untersucht. Die Partizipationspräferenz variiert in Abhängigkeit von der Erkrankung und von den Persönlichkeitseigenschaften der Patienten (z.B. Selbstwirksamkeitserwartung). Sie liegt durchschnittlich über 50%. Desweiteren konnte in mehreren Studien gezeigt werden, dass
a.) die Partizipationspräferenz höher ist, als die Möglichkeit, tatsächlich mitzuentscheiden.
b.) die Partizipationspräferenz der Patienten von vielen Ärzten deutlich unterschätzt wird.
Was macht man mit Patienten, die mit falschen Informationen zum Arzt kommen?
Früher wurde das Wissen der Patienten häufiger als Laienwissen „abgetan“. Heute weiß man, dass das Vorwissen der Patienten für die Behandlung produktiv nutzbar gemacht werden kann. Daher sollte man Patienten nicht überreden, sondern überzeugen. Medizinische Entscheidungsprogramme können dabei effektiv eingesetzt werden.
Wie kann man die Kommunikation mit den Patienten effektiver gestalten?
Indem man sie strukturiert, stärker auf die individuellen Fragen und Anliegen der Patienten eingeht und erprobte Gesprächstechniken anwendet. Medizinische Entscheidungsprogramme können dem Gespräch mit dem Patienten vorgeschaltet werden und unterstützen genau diese Ziele.